Kategorie: Anästhesie
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Perioperative Anaphylaxie
Der Begriff Anaphylaxie subsumiert lebensbedrohliche allergische (immunologische) und pseudoallergische (anaphylaktoide, nicht-immunologische) Reaktionen. Anaphylaktoide Reaktionen sind durch unspezifische Mediatorfreisetzung wie Histamin oder Kinin mit Involvierung des Komplementsystem und Mastzellen aufgrund von z.B. Medikamenten oder Impfungen bedingt und meist selbstbegrenzend (mengenabhängig). Dennoch kann auch hier ein lebensbedrohlicher Zustand resultieren, welcher einer echten allergischen Reaktion ähnelt und von…
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Hämodynamik-Monitoring im OP
Es gibt wieder einmal eine neue Leitlinie, die wir für euch zusammenfassen wollen: Die S1 LL Intraoperative klinische Anwendung von hämodynamischem Monitoring bei nicht- kardiochirurgischen Patient:innen (Link). Inhalt ist im Wesentlichen die Blutdruckmessung und alles drum herum, also auch das erweiterte invasive Monitoring. Klingt erstmal nicht besonders spannend, aber es sind doch einige wichtige Punkte…
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Umgang mit Muskelrelaxantien
Erstmals gibt es Leitlinien der ESAIC zum Umgang mit Muskelrelaxantien. Die recht kurze Leitlinie gibt 8 praxisrelevante Empfehlungen, die wir hier für Euch wiedergeben wollen. Wir immer gilt – im Zweifel die Originalpublikation lesen! Hintergründe Die Relaxometrie ist grundsätzlich bei jeder Anwendung von Muskelrelaxanzien empfohlen, da Wirkung und Wirkdauer unvorhersagbar sind. Laut dieser Arbeit ist…
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Analgosedierung
Unter Analgosedierung versteht man ein anästhesiologisches Kombinationsverfahren, welches sich aus Analgesie (Schmerzstillung) und Sedierung (Schlaf) zusammensetzt. Eine Analgosedierung wird eingesetzt, um schmerzhafte Prozeduren (z.B. Reposition einer dislozierten Sprunggelenksfraktur, Anlage einer Thoraxdrainage, kleine operative Eingriffe) durchzuführen. Der Patient verbleibt dabei unter erhaltener Spontanatmung. Die Ziele einer Analgosedierung sind somit Analgesie, Sedierung, Amnesie, erhaltene Spontanatmung und cardiovaskuläre…
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OP in Bauchlage
Operationen in Bauchlage (z.B. lumbaler Bandscheibeneingriff, dorsale Wirbelsäulenstabilisierung) sind im klinisch-anästhesiologischen Alltag mittlerweile Routine (Link). Nach Narkoseeinleitung und Intubation erfolgt das koordinierte Drehen des Patienten von der Rücken- in die Bauchlage. Diese Phase ist besonders gefährlich, da das Monitoring vorübergehend diskonnektiert wird und im Rahmen der Drehbewegung eine Dislokation des Atemwegs bis hin zu Pressen…
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Propofol
Ich muss wahnsinnig sein. Nach einem Beitrag über Esketamin wage ich mich diesmal an das weltweit beliebteste Hypnotikum heran. (Wobei – es gibt ja mittlerweile eine Alternative). Die Schwierigkeit ist, dass es so unfassbar viel Information zu Propofol gibt und es herausfordernd ist, das Wichtigste zu bündeln. Aber ich werde es versuchen. Einleitung Propofol ist…
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Midazolam
Midazolam zählt zum Grundstock des medikamentösen Arsenals eines Anästhesisten. Als Benzodiazepin findet es insbesondere Anwendung im Rahmen der anxiolytischen Prämedikation (3,75-7,5 mg p.o. bei Erwachsenen bzw 0,5 mg/kg p.o. bei Kindern), als Sedativum (1-2 mg i.v., Wiederholung bei Bedarf), Antiepileptikum (5-10 mg i.m. oder i.n.; i.v.: 0,2 mg/kg, max 10 mg) oder Hypnotikum (0,1-0,2 mg/kg…
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Esketamin
Oh boy, ein Post über Esketamin. Irgendwie habe ich mich davor gefürchtet, weil einfach so unglaublich viel darüber zu schreiben ist und unfassbar viele Publikationen (primär über Ketamin, die Datenlage ist im Wesentlichen auf Esketamin übertragbar) existieren. Ich werde versuchen, mich kurz und bündig zu halten, damit ihr eine gute Übersicht erhält. Bitte verzeiht mir,…
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Glycopyrrolat
Glycopyrrolat zählt zu den Substanzen, die ich als Anästhesist innerklinisch de facto an jeden Patienten den ich in Narkose setze verabreiche. Ich schätze folgende Wirkmuster dieses peripheren Anticholinergikums: fehlende Penetration ins zentrale Nervensystem (deutlich reduzierte Delirinzidenz), Drosselung der Sekretion von Speichel- und Bronchialdrüsen (→ ratsam vor Wachintubationen bzw. bei Patienten in Narkose mit LAMA oder…
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Push-Dose Pressoren
Uff… Blutdruck klein, Spritze rein? Kann’s so einfach sein? Klare Antwort: Es kommt drauf an. Natürlich scheint das Thema sehr einfach und logisch zu sein. Auf Blutdruckabfall reagieren wir oft mit einem Vasopressor als i.v. Bolus. Jeder macht das bisschen anders, deswegen wollen wir hier mal am aktuellen Evidenzstand anstreifen und einen kleinen Überblick über…