Die aktualisierte S2e-Leitlinie zum pädiatrischen Emergence Delir (pädED) strukturiert Diagnose, Risikoeinschätzung und Behandlung des pädED klarer als bisher — mit besonderem Fokus auf die Abgrenzung zwischen echtem Delir und schmerzbedingter Agitation. Eine wichtige Leitlinie für alle, die Kindernarkosen machen. Ich habe euch die aus meiner Sicht wichtigsten 3 Punkte zusammengefasst.

Prävention

Präoperative Ängstlichkeit und Schmerzen sind die wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren. Nicht-medikamentöse Anxiolyse (Ablenkung, ADVANCE-Konzept) und präemptive Analgesie sind wichtig. Bei Risikopatienten soll die TIVA gegenüber einer Gasnarkose bevorzugt werden (Grad A).

Prophylaxe

Sevofluran und Desfluran bei Kindern im Vorschulalter erfordern eine medikamentöse Begleittherapie (Grad A). Mittel der Wahl: Propofol-Bolus zum OP-Ende, Dexmedetomidin oder Clonidin (je Grad B). Kombinationen mehrerer Sedativa sollten vermieden werden.

Therapie

Vor jeder Intervention Schmerzen aktiv ausschließen (KUSS-Skala). Diagnose via ED I-Skala (Cut-off ≥ 9). Nur bei Eigen- oder Fremdgefährdung: Propofol (0,5–1 mg/kg) oder Dexmedetomidin (0,5 µg/kg) i.v. Ohne Gefährdung gilt konservative Therapie und Elternaufklärung über den selbstlimitierenden Verlauf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Nach oben scrollen