Kategorie: Pharmakologie
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Glyceroltrinitrat
Glyceroltrinitrat (GTN), auch bekannt als Nitro, ist ein Vasodilatator und Antianginosum aus der Gruppe der Nitrate. Es wird primär sublingual oder intravenös verabreicht, wobei auch eine transdermale Anwendung beobachtet werden kann. Wirkmechanismus Dieser beruht auf Umwandlung zu Stickstoffmonoxid (NO) und einer Aktivierung der Guanylatcyclase, welche GTP zu cGMP verarbeitet und dadurch zu einer Reduktion des…
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Opioid-Analgetika
Der Einfachheit halber legen wir die Opioidanalgetika übersichtlich für euch hier zusammen. Der Beitrag wird laufend erweitert. Indikationen und Nebenwirkungen sind als ident anzusehen und könnt ihr den Narkoseopioiden entnehmen, spezielle Einzelheiten werden bei den einzelnen Substanzen erwähnt. Nicht-Opioidanalgetika (NOPA) findet ihr hier. Wichtige Rezeptoren sind µ, κ, δ und neuerdings Nociceptin-Opioid-Rezeptor (NOPR). Die klassischen…
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Atropin
Atropin zählt sicherlich zu den bekanntesten Notfallmedikamenten im prä- und innerklinischen Bereich. Als Anticholinergikum (Blockade von muskarinergen Acetylcholinrezeptoren ~ mAChR) hebt es die Wirkungen des Parasympathikus auf, weshalb es seine primäre Anwendung in der Prophylaxe oder Behandlung von Bradykardien findet (0,5-1 mg i.v., max. 3 mg). Bei Kindern findet sich häufig die Empfehlung, mindestens 0,1…
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Präklinischer Fascia-Iliaca-Block
Heute geht es um ein exotisches Thema, nämlich den präklinischen Einsatz von Regionalanästhesie zur ultraschallgezielten analgetischen Blockade der Nn. cutaneus femoris lateralis, femoralis und – umstritten (laut NYSORA) ob er auch immer miterfasst wird – obturatorius. Die Rede ist vom sog. Fascia-Iliaca-Block ~ FIB (Link). Unbestritten ist der innerklinische Nutzen des FIB zur Analgesie bei…
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TXA
Die Tranexamsäure (~ tranexamic acid; TXA) ist ein Antifibrinolytikum, welches die Umwandlung von Plasminogen zu Plasmin hemmt. Dadurch ist eine Auflösung von Fibrin zu D-Dimeren nicht möglich, der Thrombus bleibt stabiler. Die Dosis beträgt 1 g i.v. (~ 15 mg/kg i.v.), eine Wiederholung bzw. Dauergabe (Perfusor) ist bei speziellen Indikationen möglich. Als relevante Nebenwirkungen sind…
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Urapidil
Urapidil ist ein Antihypertensivum, welches primär über peripheren α1-Antagonismus vasodilatierend wirkt. Normalerweise würde solch eine Blockade von einer kompensatorischen Tachycardie gefolgt sein (Blutdruck = Herzzeitvolumen x systemischer Gefäßwiderstand), dies wird aber durch Agonismus an zentralen Serotonin-Rezeptoren (5HT1A, Sympathikolyse) unterbunden (hier). Ich verabreiche typischerweise 10 mg i.v. alle 5 Minuten bis zu einer Maximaldosis von 100…
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Push-Dose Pressoren
Uff… Blutdruck klein, Spritze rein? Kann’s so einfach sein? Klare Antwort: Es kommt drauf an. Natürlich scheint das Thema sehr einfach und logisch zu sein. Auf Blutdruckabfall reagieren wir oft mit einem Vasopressor als i.v. Bolus. Jeder macht das bisschen anders, deswegen wollen wir hier mal am aktuellen Evidenzstand anstreifen und einen kleinen Überblick über…